10. Dezember 2018

WordPress 5.0 und der Gutenberg-Editor

Mit dem neuesten Core-Update von WordPress hat auch ein neuer Editor Einzug gehalten. Der bisherige „Blog“-Editor wird nun durch Gutenberg ersetzt, der eher als Page Builder denn als reiner Text-Editor daherkommt. Angesichts der Vielzahl an Framework-Themes, die auf diverse Page Builder setzen, eine eigentlich ziemlich naheliegende Entwicklung. Gutenberg soll allerdings nicht einfach diese Builder ablösen, sondern vielmehr dafür sorgen, dass man in Zukunft wesentlich komfortabler von einem Modell zum anderen wechseln kann. Aktuell ist das nämlich eine ziemlich umständliche Geschichte und wer sich einmal für einen Page Builder (bzw. ein Theme) entschieden hat, bleibt in der Regel auch (zwangsläufig) dabei.

Direkt nach der Veröffentlichung von WordPress 5.0 sorgt Gutenberg aber erst einmal für reichlich Chaos. Das liegt vor allem an den eingesetzten Themes und anderen aktiven Plugins, die noch nicht für den Launch vorbereitet sind. Typische Probleme im Gutenberg-Editor sind z. B. ein immer wieder an den Anfang springender Cursor im Textblock oder dass die Texte in den Blöcken rückwärts geschrieben werden. Da diese und ähnliche Bugs bisher nur aus aktiven Installationen mit weiteren Plugins bekannt sind, spricht in solchen Fällen erst einmal alles dafür, dass diese Plugins (oder eben das Theme) inkompatibel zu Gutenberg sind. Bereitstehende Updates können ggf. Abhilfe schaffen, ansonsten lohnt sich eventuell die Mühe, jedes Plugin einzeln zu deaktivieren und anschließend zu prüfen, ob der Fehler noch immer auftritt.

„Alter“ Editor per Plugin

Sofern sich das Problem nicht konkretisieren lässt oder man schlicht nicht auf das „schuldige“ Plugin verzichten kann/möchte, könnte das offizielle Plugin „Classic Editor“ Abhilfe schaffen. Das stellt den bekannten Editor wieder her und unterdrückt Gutenberg. In Multisite-Installationen ist es aktuell allerdings nur netzwerkweit einsetzbar – für die meisten Anwender mit Einzel-Installationen dürfte das jedoch keine Rolle spielen.
Unabhängig vom gewählten Editor gilt übrigens nach wie vor: Zumindest längere Texte sollten besser offline in einem Textverarbeitungsprogramm (wie Open Office oder Word) verfasst werden, um sich einerseits die Rechtschreibprüfung zunutze zu machen und um zugleich über eine Sicherungskopie zu verfügen. Formatierungen sollten dann allerdings erst nach dem Einfügen in WordPress vorgenommen werden und der Text deshalb auch im Modus „Als Text einfügen“ (per Klick auf das Clipboard-Icon mit dem „T“ zu aktivieren) übertragen werden.